KAFFEEWISSEN · GÖTTERBOHNE MAGAZIN
Kaffee-Cupping zu Hause: Geschmack bewusst vergleichen
Drei kleine Proben, gleiche Bedingungen und eigene Wörter: So beginnst du mit einer übersichtlichen Kaffeeverkostung zu Hause.
Du liest auf einer Kaffeebeschreibung von Körper, Süße oder Nachgeschmack und möchtest diese Eindrücke selbst besser auseinanderhalten? Ein kleines Kaffee-Cupping zu Hause kann dabei helfen. Du musst dafür keine Profi-Punktzahlen vergeben. Beginne mit wenigen Proben, gleichen Bedingungen und einfachen eigenen Worten. Ziel ist, deinen Geschmack bewusster kennenzulernen.
Was Cupping von einer normalen Tasse unterscheidet
In der professionellen Kaffeewelt dient Cupping einer systematischen sensorischen Beurteilung. Die Specialty Coffee Association veröffentlicht dafür eigene Verfahren und beschreibt unter anderem Vorbereitung und Verkostungsmechanik. Eine kleine Runde am Küchentisch ist damit nicht automatisch eine Verkostung nach aktuellem SCA-Standard. Sie kann dir trotzdem einen geordneten Einstieg geben.
Trenne dabei Beschreibung und Vorliebe. „Wirkt kräftiger als die andere Probe“ ist eine Beobachtung. „Mag ich lieber“ ist deine persönliche Bewertung. Beides ist hilfreich, beantwortet aber unterschiedliche Fragen. Genau deshalb brauchst du für den Anfang keinen komplizierten Punktebogen.
So richtest du eine kleine Verkostung ein
- zwei oder drei verschiedene Kaffees, nicht gleich das ganze Regal
- eine Waage und eine Mühle
- gleiche hitzebeständige Tassen oder Schalen und saubere Löffel
- dasselbe frische Wasser für alle Proben
- Timer und ein Blatt für kurze Notizen
Für einen unkomplizierten Start kannst du beispielsweise je 12 Gramm mittelgrob gemahlenen Kaffee mit 200 Gramm heißem Wasser in gleichen Gefäßen aufgießen. Diese Mengen sind ein redaktioneller Küchenvorschlag, keine Behauptung eines zertifizierten SCA-Protokolls. Halte Mahlgradeinstellung, Wasser und Ablauf für alle Proben gleich.
Ein übersichtlicher Ablauf
- Beschrifte dein Notizblatt mit A, B und C. Wenn jemand mitmacht, kann diese Person die Kaffees zuordnen, ohne dir die Reihenfolge zu verraten.
- Wiege und mahle die Proben nacheinander. Rieche am frisch gemahlenen Kaffee und notiere zunächst nur ein bis zwei Eindrücke.
- Gieße in gleicher Reihenfolge auf. Nach etwa vier Minuten löst du die obere Kaffeeschicht vorsichtig mit einem Löffel und schöpfst störenden Schaum ab.
- Lass die Proben auf eine angenehme Trinktemperatur kommen. Nimm kleine Proben mit sauberem Löffel oder übertrage sie in eine eigene Tasse; niemand muss aus einer gemeinsamen Schale trinken.
- Vergleiche später noch einmal. Notiere, was gleich bleibt und was du nun anders wahrnimmst.
Die Zeitangabe ist eine Orientierung für diesen privaten Vergleich. Du musst nicht heiß trinken oder besonders laut schlürfen, um „richtig“ zu verkosten. Saubere Utensilien, ein vorsichtiger Umgang mit heißem Wasser und ein ruhiger Ablauf sind wichtiger.
Vier Fragen statt zwanzig Fachwörter
Wie intensiv wirkt das Aroma? Fühlt sich die Probe eher leicht oder voll an? Welche Eindrücke bleiben nach dem Schluck? Welche Tasse würdest du gern austrinken? Vergleiche immer zwischen deinen Proben, statt nach einer vorgegebenen Frucht zu suchen. Du darfst „weiß ich noch nicht“ aufschreiben. Begriffe wie nussig oder schokoladig sind Beschreibungen; sie bedeuten nicht automatisch, dass solche Zutaten enthalten sind.
Den nächsten Schritt erklärt unser Beitrag zum Vergleich mehrerer Kaffees. Für reproduzierbare Mahlung hilft außerdem der Mahlgrad-Guide.
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Wähle im Götterbohne-Sortiment zwei Charaktere für deinen nächsten Vergleich. Lies ihre Beschreibungen gern erst nach den ersten Notizen. So bleibt Platz für deine eigene Wahrnehmung.
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